Wir sind Grüne, die sich seit Jahren intensiv fachlich und politisch mit dem Thema Prostitution und Menschenrechte befassen. Wir haben uns zu einem überregionalen Netzwerk zusammen geschlossen, in dem wir uns laufend austauschen.
Gründungsmitglieder:
Marion Brülls, KV Aichach-Friedberg
Die Prostitution ist eine Form der modernen Sklaverei. Ein Mann zahlt für den Körper einer Frau, um ihn nach seinem Willen zu benützen.
Kerstin Celina, KV Würzburg Land, MdL Bayern, sozialpolit. Sprecherin der Landtagsfraktion
Sebastian Hakan Deckwarth, KV Frankfurt am Main
Sylvia Dorn, KV Ortenau
Claudia Eser-Schuberth, KV Aichach-Friedberg
Barbara Fuchs, KV Fürth, MdL Bayern
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit den Themen Prostitution und Gewalt gegen Frauen. Beides liegt aus meiner Sicht sehr nahe zusammen.
Ich stehe eindeutig hinter dem Nordischen Modell und setze mich dafür aus voller Überzeugung ein.
Als wirtschaftspolitische Sprecherin meiner Landtagsfraktion ist das zwar nicht mein Fachgebiet, aber als Frau und Mensch sehr wohl.
Seit vielen Jahren engagiere ich mich als Mitglied des Vereins UFF – Unabhängige Frauen Fürth in meiner Heimatstadt und setze mich dort gemeinsam mit vielen engagierten Frauen für Gleichberechtigung und den Schutz von Frauen ein.
Für mich ist klar: Das Nordische Modell ist der richtige Weg. Es schützt Betroffene statt Täter, bekämpft Ausbeutung, statt sie zu normalisieren, und setzt ein deutliches Zeichen für die Würde und Gleichberechtigung aller Menschen.
Rotraud Grashey, KV Fürth (Stadträtin 1984 bis 99)
Margot Isele, KV Karlsruhe
Irmgard Lindenthal, KV Bremen Mitte/ Östl. Vorstadt
Mit dem Prostitutionsgesetz (2002) und dem Prostituiertenschutzgesetz (2017) werden die Profiteure des Sexkaufs geschützt: „Freier“, Zuhälter, Bordellbetreiber, Menschenhändler, Vermieter. Das sind diejenigen Männer, die unsagbare Gewalt an Prostituierten ausüben.
Es werden eben nicht, wie einst von Bündnis 90/Die Grünen beabsichtigt, die so sehr schutzbedürftigen Frauen in der Prostitution geschützt. Gleichzeitig wird die Geschlechterungleichheit stets aufs Neue zementiert.
Catherine Lodge, KV München
Ursula Mayr, KV Karlsruhe
Inez Mischitz, KV Berlin Pankow
Täglich Hunderttausende „ganz normale“ Männer zu ermächtigen, sich Unlust und sogar Ekel als „Sex“ zu kaufen, ist nicht feministisch.
Angelika Pfeiffer, KV Ludwigsburg
Ich unterstütze das Nordische Modell, weil für mich Schutz, Menschenwürde und echte Wahlfreiheit im Mittelpunkt stehen. Gesellschaftliche Verantwortung bedeutet auch, die Ursachen von Ausbeutung in den Blick zu nehmen und Betroffene wirksam zu unterstützen.
Menschenwürde ist nicht käuflich.Alexandra Schulz, OV STOFF München
Milena Sommer, KV Karlsruhe
Petra Thomsen, KV Frankfurt am Main
Seit 2010 wohne ich im Frankfurter Bahnhofsviertel. Seit 2019 bin ich bei den Frankfurter Grünen. Von 2021 bis 2026 war ich Ortsbeirätin.
Warum ich für die Einführung des Nordischen Modells in Deutschland bin:
Da ich im Frankfurter Bahnhofsviertel wohne, bin ich nah dran am Prostitutionsgeschehen. Neuerdings arbeite ich auch für eine Organisation, die sich um die Frauen im Gewerbe kümmert. Wir besuchen alle zwei Wochen die Frauen in den ansässigen Laufhäusern, um ihnen Kosmetikartikel, Infomaterial für Beratung, Erfrischungen oder Ähnliches vorbeizubringen.
Ich habe 2020/21 angefangen, mich im Rahmen des Frankfurter Kommunalwahlkampfs näher mit dem Thema zu beschäftigen. Ausgangspunkt war eine Veranstaltung zum Thema Bahnhofsviertel und der Kontakt zu einer Frau, deren Schwester über die Loverboy-Methode in die Prostitution gedrängt worden war.
Bei weiteren Recherchen bin ich auf Menschen wie Leni Breymaier, Maria Noichl, Manuela Schon, Huschke Mau, Gerhard Schönborn und Simon Häggström gestoßen, aber auch auf Organisationen wie Sisters e.V., Solwodi, Netzwerk Ella, Bündnis Nordisches Modell und Terre des Femmes, um nur einige zu nennen. Mit vielen der Beteiligten habe ich mich vernetzt.
Manchmal stelle ich mir vor, wie sich ein Mann aus dem Frankfurter Bankenviertel schnell mal in der Mittagspause Sex kauft und dann anschließend mit seinen Arbeitskolleginnen im Meeting sitzt. Wie wahrscheinlich ist es, dass er ihnen auf Augenhöhe begegnet?
Das Nordische Modell ist für mich nach Lage der Dinge das wirksamste Instrument gegen Prostitution und Menschenhandel, weil es als einziges auf der Nachfrageseite ansetzt und nicht die Prostituierten, sondern die Freier ins Visier nimmt und kriminalisiert.
Dennoch hat das Nordische Modell in Frankfurt einen schweren Stand, auch bei den meisten Sozialträgern und Hilfseinrichtungen, einschließlich meiner grünen Parteifreund*innen. Verbündete findet man bisher leider nur bei der CDU. Aber vielleicht ändert sich das mit „Grüne pro Nordisches Modell“. Ich würde es mir sehr wünschen.
Christina Winkler, KV Bremen-Nordost
Ich bin für ein Sexkaufverbot!
Die jetzige Gesetzeslage setzt eine Freiwilligkeit voraus, die nur in den seltensten Fällen gegeben ist.
Überwiegend werden Frauen als Ware angesehen, mit der nach Belieben verfahren kann, mit oft massiven psychischen und körperlichen Folgen.
Das ist ein eklatanter Verstoß gegen die Menschenwürde. Darüber hinaus zementiert es die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern.
Ein Sexkaufverbot kann auch in Deutschland, wie schon in anderen Ländern, zu einem grundlegenden Umdenken in der Gesellschaft führen und somit auch ein wichtiger Schritt hin zur Gleichstellung sein.
Dr. Stefanie Ziehms, KV Ortenau
Kein Mensch darf ausgebeutet, erniedrigt oder wie eine Ware behandelt werden. Prostitution beinhaltet vieles, gegen das wir Grüne schon immer kämpfen. Mit selbstbestimmter Lebensführung und Freiwilligkeit zu argumentieren, greift zu kurz. Denn davon kann angesichts der Umstände, unter denen die große Mehrheit der Prostituierten arbeitet, keine Rede sein. Das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit hat Vorrang vor dem Recht auf freie Berufsausübung.Maya Wulz, Vorstandsmitglied OV Herrenberg und Gäu, KV Böblingen, Sprecherin AK Frauen
